MEIN KOGA
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Radtouren oder einfach Ihre schönsten (Rad-) Urlaubsbilder mit Ihrem
Koga: dies ist der Ort, um Ihre Erfahrungen mit Ihrem Koga mit den
vielen anderen passionierten Koga-Fahrern auf der ganzen Welt zu teilen.
Die schönsten und interessantesten Einsendungen werden auf der Website
platziert. Ihre Chance auf ein
funkelnagelneues Koga Miyata. Jedes halbe Jahr wird die schönste
Einsendung mit einem funkelnagelneuen Koga
Miyata Advance im Wert von 1.099,- € belohnt. Der Gewinner der
Preisverleihung wird am 1. Juli 2006 auf dieser Website bekanntgegeben
und wird zudem per E-Mail/Post von Koga informiert. Also nichts wie ran!
Über das Ergebnis kann nicht korrespondiert werden. Mitarbeiter von
Koga b.v. sowie ihre Angehörigen sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
www.koga.com
Bei koga.com haben wir diesen Reisebericht
gefunden.
Wenn auch Sie über eine tolle Tour mit Ihrem KOGA
MIYATA bereichten möchten, so finden Sie auf der Website www.koga.com
unter der Abteilung MY KOGA, die Möglichkeit, dort Ihre Erlebnisse zu
veröffentlichen.
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Dienstag 1 November 2005
RADREISE ZU DEN LOFOTEN
Wie weit gen Norden kommt man
eigentlich in sechs Wochen? Vor zwei Jahren wurde ein kleiner Traum
wahr: endlich mal „satt fahren“, von Lübeck ging es zunächst per
Schiff nach Trelleborg, von Süd nach Nord durch Schweden, über den
Polarkreis in Lappland und dann nach Norwegen bis zu den Lofoten: 2000
km selbst gefahren, 650 km in der Inlandsbahn das Land genossen.
Wie kommt’s?
Das Berufsleben hat manchmal seltene Überraschungen für einen parat. Für
mich hieß es im Jahr 2003, dass relativ kurzfristig 6 Wochen Urlaub zur
Verfügung stehen. Das bedeutete automatisch für mich: ich fahre so
weit in den Norden, wie ich komme. Genauso automatisch überlegte ich,
ob es Leute gibt, die mitmachen.
Über die Radreise – Plattform im Internet (www.rad-forum.de) kam
spontan eine kleine Truppe zusammen: Wolfgang aus Bonn, Brigitte aus
Frankfurt und Jörg aus Köln wollten die ersten zwei Wochen mitfahren,
Dittmar aus Hamburg hatte den gesamten Zeitraum Zeit. Um die Risiken möglichst
gering zu halten, die eine sich untereinander unbekannte Gruppe birgt,
nahmen alle das gesamte Equipement mit.
Um es vorwegzunehmen, es hat hervorragend funktioniert. Wir fuhren sogar
länger zusammen, als ursprünglich geplant. Für mich hatte die Reise
viele besondere Erlebnisse parat. Eigentlich fremde Leute dachten
liebevoll an meinen Geburtstag, schleppten einen kleinen selbstgemachten
Kuchen und kleine Outdoor - Präsente für den richtigen Zeitpunkt mit.
Beeindruckend war auch die Hilfsbereitschaft der Gruppe. Ich wollte mich
kurz nach Reisebeginn ausklinken, da ich am Tag vor dem Start eine Erkältung
bekam und tagelang nur mit halber Kraft fahren konnte. Das wurde nicht
„erlaubt“, sie nahmen mir die Zeltrolle in hügeligem Gelände ab
und kürzten die Tagesetappen etwas ab. Abends durfte ich mich an den
gedeckten Outdoor – Tisch setzen...
Wo ging’s lang?
Wir begannen gepflegt mit dem schönsten Urlaubsstart, den ich mir
vorstellen kann: Travemünde – Trelleborg über Nacht mit der „Nils
Holgerson“, dem 2000 neu gebauten Fährschiff der TT – Line. Am nächsten
Morgen ist man ausgeruht im Zielland und kann losfahren.
Zunächst umfahren wir Malmö und Helsingborg östlich und gelangen bei
Ängelholm an die Westküste. Schonen hat auf dieser Strecke zwei Hügelketten
bereitgestellt, den Romeleåsen und den Söderåsen, die es zu überwinden
galt. Dann, um nicht aus der Übung zu kommen, hatte Halland ähnliches
zur Begrüßung. Danach konnten wir jedoch die flache Küstenlinie über
Halmstad, Falkenberg und Varberg bis Göteborg genießen.
Die Westküste ist auch die Wetterseite und das bekamen wir zu spüren.
Es goß einige Tage in Strömen, sodass man in der Zeitung von unterspülten
Straßen lesen konnte. Wir erholten uns abends in gemütlichen Holzhütten,
die es auf jedem Campingplatz gibt, wenn nicht alles ausgebucht ist.
Dies kann im Juli leicht passieren, da dies auch für die Schweden die
Haupturlaubszeit ist und alles an die Sandstrände der Westküste
strebt. Die Jugendherberge in Halmstad möchte ich besonders erwähnen.
Sie war zwar völlig ausgebucht, aber wir durften uns stundenlang in der
Küche aufhalten, unsere Sachen waschen und in den Trocknern trocknen. Währenddessen
haben wir ausgiebig gekocht und gespeist. Anschließend war man uns
dabei behilflich, einen Platz für die Nacht zu finden, denn alle
Campingplätze in der näheren Umgebung waren belegt. Es wurde solange
telefoniert, bis man eine Hütte für uns gefunden hatte!
Kurz hinter Göteborg, in der Keks – Stadt Kungälv (die sagenhaften
Ballerina – Kekse mit der wunderbaren Nougat – Füllung sind doch
ein Begriff?) findet man eine Festung und unterhalb von ihr ein
Vandrarhem mit Zeltplatz. Hier trennten wir uns für 2 Tage. Die Südwest
– Lichter erkundeten Marstrand, die Urlaubsinsel der Göteborger, und
die schönen Eilande Tjörn und Orust, der Rest machte einen Tag Pause
und fuhr dann auf direktem Weg nach Uddevalla. Von hier aus ging es am
Ostufer des Vänern, des größten Sees von Schweden, entlang.
Am Vänern entdeckten wir das „echte“ Schweden: eine Badestelle mit
langem Sandstrand, ein kurzer Schauer hatte sämtliche Badegäste
vertrieben, Puhlen der Erbsen, die tagsüber irgendwie von den
Erbsenfeldern in unsere Taschen gewandert sind, lukullisches Menü,
Sonnenuntergang, himmlische Ruhe, Lagerfeuer, Mücken, schöne Gespräche.
In Mariestad trennte sich die Runde, die „Kurzurlauber“ mußten gen
Süden weiterfahren. Die zwei Übriggebliebenen machten sich auf den Weg
weiter gen Norden. Bei Sjötorp sahen wir den Göta – Kanal in den Vänern
eintauchen. Das Värmland bescherte uns am Möckeln – See einen
ruhigen Sommer – Sonnentag mit 0 Kilometern und gewaschener Wäsche.
Nach Karlskoga stießen wir auf Loka. An diesem beschaulichen Ort
entspringt die Quelle für das bekannte schwedische Mineralwasser. Heute
ist an diesem Ort ein Tagungszentrum. Von hier wird das Wasser völlig
unspektakulär an einer wie eine Bushaltestelle aussehenden Stelle von
LKW’s aufgenommen, 150 Kilometer weit zu einer Brauerei gefahren und
mit Kohlensäure versetzt.
Orte wie Grythyttan und Hällefors weisen auf die Geschichte der Region
hin: Der Bergbau spielte die zentrale Rolle auf Schwedens Weg zu einem
geachteten Land. Silbergruben am Weg, die älteste Eisenbahn Schwedens
in Älvsjöhyttan, von Pferden gezogen und von einem emigrierten
Hamburger restauriert...
In der Finnmark, dem angrenzenden Gebiet, leben viele Tiere und einige
davon durften wir kennen lernen: ein riesiger Elchbulle galoppierte plötzlich
50 m vor uns über die Straße und am Abend konnten wir an einem der
zigtausend Seen den lauen Sommerabend nicht so richtig genießen, weil
Milliarden von „Knods“, diesen kleinen beißenden Minivampiren,
dabei sein wollten. Trotz Moskitonetz über dem Kopf flohen wir gleich
nach dem Essen ins Zelt. Landschaftlich ist die Finnmark jedoch
wunderschön, nur leicht hügelig, sehr abwechslungsreiche Vegetation,
ganz wenig Verkehr, die wenigen LKW’s hupen lange vorher und fahren
dann in weitem Bogen um einen herum.
In Dalarna kam man um einen Besuch des Dala – Pferde – Museums in
Dala Järna nicht herum. Hier werden die handgeschnitzten und bemalten
Pferdchen bis zum Herstellungsjahr 1950 gesammelt. Danach wurde die
Herstellung halbindustriell. Diese alte Handwerkskunst, die früher die
Winterbeschäftigung der Landbevölkerung war, ist auf einer der
Weltausstellungen das Wahrzeichen von Dalarna und eigentlich ganz
Schweden geworden. In Dalarna findet man in allen
Touristinformationsstellen Broschüren über das Verhalten gegenüber Bären,
Wölfen und Luchsen. Die vom Aussterben bedrohten Tiere werden hier
wieder ausgewildert. Die Chance, ihnen zu begegnen, ist allerdings
verschwindend gering.
In Mora am Siljansee begegneten wir dem großen Kapitel schwedischer
Geschichte, das sich um Gustav Eriksson Vasa rankt. Heute zeugt der alljährliche
Vasa – Lauf hiervon. Weiter Richtung Sveg wird die Gegend schon
einsamer, man mußte rechtzeitig an Wasser denken. Tat man das einmal
nicht, nahmen einen die Einheimischen ins Schlepptau zur nächsten
frischen, eiskalten Quelle, aus der sie auch ihr Wasser holen. Die
Landschaft ist traumhaft. Über Bonäs, Rot und Ulfsjön kamen wir nach
Lillhärdal in Härjedalen. In Sveg beschloßen wir, eine Lösung für
unsere unterschiedlichen Befindlichkeiten zu finden. Dittmar wollte
endlich „richtig“ fahren und ich wollte nach drei Wochen und 1400 km
mit überstandener Erkältung mal richtig Pause machen. Die Lösung: Ich
fahre mit der Inlandsbahn nach Östersund und erkunde dort die Gegend,
Dittmar fährt mit dem Rad. Wie verabredet trafen wir uns dort am nächsten
Abend auf dem Campingplatz und besprachen das weitere Vorgehen. Ich
hatte Gefallen am gemütlichen Reisen mit der alten Bahn gefunden und
fuhr nach Arvidsjaur in Lappland, um die Kultur der Samen kennen zu
lernen. Anschließend ging es mit dem Rad nach Arjeplog weiter, wo wir
uns wieder treffen wollten. Gesagt, getan. Im weiteren Verlauf der Tour
hatte ich mich erholt und Dittmar hatte sich „ausgetobt“, sodass die
gemeinsame Fahrt wieder gut funktionierte.
Im nördlichsten Teil Schwedens, in Norbotten, überquerten wir den
Polarkreis der alten Silberstasse, der „95“ Richtung Norwegen
folgend. In dem kleinen Ort Jäkkvik probierten wir getrocknetes
Rentierfleisch. Die Region ist gezeichnet von den harten klimatischen
Bedingungen: kleine Birken, Wollgras, Rentierflechte, Moore, Rentiere,
Schnee auf den Bergen am Horizont. Die Strecke ist gut befahrbar,
maximal 7% Anstieg oder Gefälle. Die Passstrecke nach Norwegen erreicht
auf ca. 700 m ihren höchsten Punkt. An der schwedisch – norwegischen
Grenze steht lediglich ein Schild, auf dem zu lesen steht, das man sich
an einer Staatsgrenze befindet, ansonsten weit und breit weder Haus noch
Mensch.
Norwegen durchquerten wir in drei Tagen von Ost nach West. Mit der
Grenze änderte sich schlagartig der Charakter der Landschaft. Aus den
geräumigen Straßen über sanfte Höhen wurden kleine, enge, steile
Straßen, die in Serpentinen die Schluchten herauf und hinunter führten.
Es regnete immer mehr, der Wind wurde immer stärker, die Tunnels waren
eiskalt und bei dem regen Verkehr sehr unangenehm zu fahren. Völlig
entnervt kamen wir in Bodö an und erreichten gerade noch das
Abendschiff nach Moskenes auf den Lofoten. Irgendwann auf der 3,5
Stunden dauernden Überfahrt riss die Wolkendecke auf und die Sonne
blieb uns während der Zeit auf diesem traumhaften Archipel erhalten.
Die Lofoten: steile Felsen, die 1600 m vom Wasser aufragen, die Gipfel
meistens in Zuckerwattewolken gehüllt; bunte Holzhäuschen im Hafen,
oft auf Stelzen gebaut; ein Licht, so strahlend wie wir es hier nicht
kennen und wie es die Kamera nicht leicht wiedergeben kann; Preise
schwindelerregend; 25.000 Leute leben ganzjährig hier und leben zu
einem großen Teil von 6 – 8 Wochen Tourismus – Saison im Jahr.
Begegnete uns auf der ganzen ca. 2650 km langen Strecke bis hier kaum
ein Reiseradler, hier änderte sich das schlagartig. Da aber alle
begeistert von der grandiosen Kulisse waren und man sich schnell von der
Ruhe der Skandinavier anstecken ließ, fühlte man sich trotzdem wohl.
Nach einem Abstecher an den südlichsten Zipfel der Lofoten, dem Örtchen
Å, fuhren wir nach Henningsvær. Auf dieser Strecke begegnetem wir
einem Segler aus den USA, der mit seinem Rad die Gegend vom Hafen aus
erkundete. Aus einer spontanen Einladung zum Abendessen wurde für mich
ein achttägiger Segeltörn. Dittmar wollte noch weiter Richtung
Nordkap. Ich durfte nun diese wunderschöne Gegend vom Wasser aus
bestaunen, mein zuverlässigster Reisekamerad, mein Rad, wurde am Heck
gut befestigt und nur einer von uns beiden wurde kurzzeitig seekrank...
So sah ich Seeadler, überquerte ein zweites Mal den Polarkreis, dieses
Mal zu Wasser und Richtung Süden und ging in Nesna an Land, von wo aus
ein Bus mich nach Mo i Rana brachte. Von hier aus ging es per Bahn über
Trondheim nach Oslo, dann per Schiff nach Kopenhagen und dann per Bahn
nach Lübeck zurück.
Und die Ausrüstung?
Da in Mittel- und Nordschweden die Besiedlungsdichte teilweise sehr
gering ist, empfiehlt es sich, ein stabiles Zelt mit zu nehmen. Aufgrund
der nördlichen Lage muß man sich auf Wettereinbrüche einstellen. Es
kann auch im Hochsommer Nachtfrost geben – allerdings auch 30° tagsüber.
Ein warmer Schlafsack und eine gut isolierende Unterlage sind sehr
anzuraten. Die Kleidung sollte alle Temperaturen abdecken. Die Gepäcktaschen
sollten wasserdicht sein, nicht nur wegen des Regens, sondern auch, weil
es besonders in Wassernähe immer viel Kondenswasser im Zelt und Tau
gibt.
Gegen die stechenden und beißen Einwohner helfen entweder wind- und
wasserdichte Bekleidung oder Mückenmittel, die man vor Ort überall
kaufen kann. Die Mittel, die man bei uns bekommt, sind dort wirkungslos.
Für das Gesicht hatte ich ein Moskitonetz mit, dass man sich über eine
Baseballkappe zieht. Nach einem trockenen Frühjahr hält sich ihre Zahl
in Grenzen. Abends, bei Windstille und nach einem Regen möchten sie
gerne am allgemeinen Leben teilhaben.
Ersatzteile für das Rad gibt es in größeren Orten auf jeden Fall zu
kaufen. Jedoch je weiter nördlich man kommt, desto weniger Orte gibt
es. Ein Ersatz – Faltreifen, Brems- und Schaltzüge, genügend
Flickzeug und kleines Werkzeug sind empfehlenswert. Sorgen machen muß
man sich nicht – wenn etwas passiert ist (und nicht nur dann!), sind
die Skandinavier unglaublich hilfsbereit.
Der große Appetit, der sich auf Radreisen einstellt, lässt sich gut
mit den Menüs stillen, die zum Beispiel auf dem Trangia – Kocher
zubereitet werden können. Er wird mit Gas oder Spiritus betrieben.
Spiritus nennt sich in Schweden T – Röd und ist an den Statoil –
Tankstellen und in großen Supermärkten erhältlich.
Weitere Infos?
Weitere Informationen über Kartenmaterial, genaue Streckenführung über
Teilabschnitte oder die ganze Route, Literatur u.a. erhalten Sie gerne
von der Autorin unter andreaschulte@yahoo.de oder 0451/ 5041468.
Außerdem ist es möglich, über diese Reise mit der Autorin einen
Diavortrag zu vereinbaren.
AS
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